Auf Basis der Gespräche mit dem Oberbürgermeister der Stadt Bamberg hat die Bürgerinitiative einen Vorschlag zur Entwicklung der Muna erarbeitet. Leider hat die Stadt unseren Vorschlag abgelehnt. Gerne möchten wir diesen hier in allen Details veröffentlichen.

Vorschlag der Bürgerinitiative „Für den Hauptsmoorwald“  zur Erzielung eines möglichst breiten gesellschaftlichen Konsenses wirtschaftlicher Interessen und Naturschutzanforderungen in Sachen „Gewerbepark“ / Bebauungsplan Nr. 429

1) Zur Verhinderung einer großflächigen Rodung des Baumbestandes wird die Eingriffsfläche auf der Muna auf ca. 20,8 Hektar begrenzt, entsprechend der Markierung auf nachfolgenden Karten. Auf der markierten Eingriffsfläche wird dem Schutz des Baumbestandes höchste Priorität eingeräumt.

2) Zur Minimierung des Flächenverbrauchs und der Bodenversiegelung erfolgt weitestgehend eine Überplanung der bereits jetzt versiegelten Flächen.

3) Zum langfristigen Ausgleich des Waldverlustes auf der Eingriffsfläche muss die gerodete Waldfläche durch Aufforstung von Wald im Flächenverhältnis 1:1 ersetzt werden.


Gesamtplan der Muna in grün umrandet. In rot eingezeichnet (ca. 20,8 ha) der Vorschlag der BI zu Gewerbenutzung. In gelb eingezeichnet Naturschutzgebiet mit Erweiterung.
Hier eingezeichnet maximaler Eingriffsbereich mit der Neuausweisung des Bannwalds und Naturschutzgebiet inklusive Erweiterung.

4) Zum Erhalt des Hauptsmoorwaldes und zum Schutz der Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten werden die Waldflächen nördlich, östlich und südlich des Schießplatzes sowie der Waldflächen in der Muna (östlich und südlich der möglichen Eingriffsfläche) als „Bannwald und Landschaftsschutzgebiet“ ausgewiesen und im neuen Flächennutzungsplan als „Wald und Naherholung“ deklariert. Das Muna-Naturschutzgebiet (Muna-NSG) wird entsprechend nachfolgender Karten bis zur Geisfelderstraße verlängert.

Die geplante Bannwalderweiterung
Erweiterung des Naturschutzgebietes Muna

5) Zum Erhalt der Lebensqualität im Bamberger Osten wird Gewerbefläche auf Gewerbegebiete mit GE-Ausweisung (keine Industrie) beschränkt, welche primär der Ansiedlung nicht erheblich belästigender Gewerbebetriebe dient und damit dem Titel „Gewerbepark“ entspricht. Zudem wird zum Erhalt der klimatischen Funktion des Waldes eine lockere Bebauung vorgesehen, die die Frisch- und Kaltluftzufuhr für das Stadtgebiet nicht unterbricht.

6) Zum Erhalt der Lebensqualität im Bamberger Osten wird als Teil der Eingriffsfläche auf der südlichen Seite der Geisfelder Straße ein Urbanes Gebiet nach § 6a der Baunutzungsverordnung (BauNVO) ausgewiesen, welches dem Wohnen sowie der Unterbringung von Gewerbebetrieben und sozialen, kulturellen und anderen Einrichtungen dient, die die Wohnnutzung nicht wesentlich stören.

7) Zum Schutz der benachbarten Wohngebiete vor einer weiteren Zunahme von Verkehr und der damit verbundenen Lärm- und Schadstoffbelastung, wird eine Anbindung des „Gewerbeparks“ über die Geisfelder- oder Armeestraße ausgeschlossen. Ein Ausbau der Armeestraße, mit Ausnahmen von Querungshilfen, erfolgt nicht.

Darüber hinaus gelten die Leitlinienbeschlüsse des Stadtrates vom 26.09.2018 soweit sie o.g. Punkten nicht widersprechen, im Besonderen:

8) Verzicht auf einen Standort für die Landespolizei an der Armeestraße

9) Verzicht auf Gewerbeflächen nördlich der Geisfelder Straße / östlich der Armeestraße

10) Ausweisung eines Naturschutzgebiets auf dem ehemaligen Schießplatz

11) Öffnung der Natur- und Waldflächen auf der Muna für Naherholungssuchende

12) Zur gegenseitigen Entlastung und Sicherung der Umsetzung der o.g. Vereinbarungen 1-11) wird ein Gutachter eingesetzt, auf den sich Stadt und Bürgerinitiative verständigen.