Unsere Fragen:

Wie stehen Sie zum Erhalt der in Bamberg vorhanden Grünflächen und werden Sie sich ganz konkret für den Erhalt des Parks auf dem „Maiselgelände“ einsetzen?

Inwieweit können Sie sich einen weiteren und ausgewogen Ausbau von Grünflächen für alle Stadtteile und Quartiere Bambergs vorstellen und wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf?

Für Luft-  und Lebensqualität sowie zur Naherholung ist reichlich Stadtgrün von großer Bedeutung. Die Zahl der Hitzetage steigt immer weiter an. Durch fehlendes Grün im gesamten Stadtgebiet ist die sommerliche Aufheizung der Stadt deutlich größer. Hinzu kommt, dass durch die letzten beiden trockenen Sommer zahlreiche Straßenbäume abgestorben sind.

Die Antworten

Andreas Starke: Der Grünflächenanteil in Bamberg ist im Vergleich zu anderen fränkischen Städten nachweisbar hoch. Das muss so bleiben. Konkret will ich dazu umsetzen:

– Die Ausweisung des Sonderlandplatzes, des Schießplatzes und Teile der Muna als Naturschutzgebiete
– Angemessener Grünflächenanteil bei neuen Bebauungsplänen
– Naturnahe Pflege kommunaler Grünflächen
– Die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes und des Landschaftsplanes, wobei ökologische Aspekte besonders berücksichtigt werden sollen
– Ausgleichsflächen für Eingriffe in die Natur sollen nur innerhalb des Stadtgebietes und nicht außerhalb nachgewiesen werden

Zum Maiselgelände: Sicherlich eine beachtliche Grünfläche im Bamberger Osten. Aufgrund des relativ hohen Anteils fremdländischer Baumarten ist sie nicht als Biotop kartiert. Eine artenschutzrechtliche Untersuchung im Vorfeld der Bebauungsplanung hat ergeben, dass dort keine streng geschützten Arten vorkommen. Bei einer Bebauung sollte eine möglichst große Grünfläche erhalten bleiben. Das Quartier muss ökologisch aufgewertet werden durch Dachbegrünung, vertikales Grün und Pflanzung einheimischer Bäume.


Christian Lange: Es ist das Ziel der CSU, vorhandene Grünflächen zu erhalten. Deshalb setzen wir uns beispielsweise für die Weiterentwicklung der Kulturlandschaft rund um den Michelsberg unter dem Gesichtspunkt der Biodiversität ein. Wir wollen ferner den Volkspark aufwerten und in Richtung Lindenanger erweitern, sobald sich dort durch die Auflösung des derzeitigen Ankerzentrums neue Perspektiven eröffnen. Was das Maiselgelände angeht, so unterstützen wir dort die Ansiedlung der Bartolomei-Garelli-Schule und eines Kinderhauses sowie die Entstehung von neuem, seniorengerechten und geförderten Wohnraum. Bei diesen Überlegungen soll nach unserem Wunsch möglichst viel Grün erhalten bleiben. Dies wird Aufgabe des laufenden Bebauungsplanverfahrens sein.

Es ist unser Anliegen, mehr Grünflächen in Bamberg zu erhalten und sogar Flächen wieder zu entsiegeln. Dies gilt für alle Stadtteile – vielleicht sogar besonders für den Bamberger Osten. Deshalb wollen wir – über die genannten Beispiele hinaus – etwa die Zollnerstraße alleeartig begrünen und durch Aufenthalts- und Ruhezonen aufwerten. Wir möchten grüne Verbindungsschneisen von Bamberg-Ost in die Innenstadt erhalten und neue schaffen. So wünschen wir uns im Bereich der Lagarde-Kaserne neue Grünflächen, gerade rund um das Kulturquartier Lagarde bei der Post- und Reithalle. Großes Potenzial erkennen wir auch auf dem Gelände der heutigen Flüchtlingseinrichtung rund um den Lindenanger.


Jonas Glüsenkamp: JA, der Park im Maiselgelände soll erhalten werden und öffentlich zugänglich sein. Zu diesem Thema ist bereits im Januar eine Pressemitteilung von mir erschienen.

Im Hinblick auf die Klimaziele von Paris und unsere lokale Verantwortung zur Erreichung derselben und auf Grund der beschriebenen Zunahme der Hitzetage gibt es dringenden Handlungsbedarf in der gesamten Stadt!

Besonders betroffen ist auch der Bamberger Osten, in dem deutlich weniger Grünflächen zur Verfügung stehen. Wir müssen mit unseren Flächen sparsamer umgehen und Naturschutz ernst nehmen. Ich setze mich dafür ein, statt den bisherigen Blumenrabatten in der Innenstadt eher klimafeste Bäume zu pflanzen. In vom Umweltamt und EBB geförderten Nachbarschaftsprojekten möchte ich Straßenzüge im Rahmen der Verkehrswende von Autos befreien und begrünen.


Ursula Redler: Die Grünflächen in der Stadt müssen erhalten bleiben und gegebenenfalls neue hinzugefügt werden. Im konkreten Fall „Maiselgelände“ wird deutlich, dass eine Planung bzw. Bebauung mit sinnvoll-notwendigen Objekten grundsätzlich überlegenswert ist. Auch der Ausbau von Grünflächen muss diesen Überlegungen unterzogen werden.

Ein weiterer und ausgewogener Ausbau von Grünflächen für alle Stadtteile und Quartiere Bambergs hat grundsätzliche Bedeutung. Der größte Handlungsbedarf besteht u.E. in den östlichen und nördlichen Stadtbereichen.


Claudia John: Der Erhalt der Grünflächen muss ein wesentliches Ziel für den neuen Stadtrat sein. Ich gehe hier noch weiter: durch einfache Mittel lassen sich die Flächen sogar ausbauen. Hier verfolge ich das Konzept der „Eh-da-Flächen“, bei dem betonierte Flächen z.B. auf Verkehrsinseln, begrünt werden.

Der Park am Maiselgelände sollte in jedem Fall erhalten bleiben und als Naherholungsgebiet für die Bürger zugänglich gemacht werden.

Wie bereits oben erwähnt möchten wir gerne das Konzept der „Eh-da-Flächen“ umsetzen. Dies geht sicherlich auch in Zusammenarbeit mit engagierten Bürgern.
Ein weiterer Punkt wäre der Ausbau von Urban Gardening Konzepten, wie beispielsweise am Kanalufer. Dies könnte auch in den Stadtteilen, z.B. auf Spielplätzen, weiter ausgebaut werden. Auch brachliegende Gärtnerflächen könnten als Gemeinschaftsprojekte ausgewiesen werden.


Daniela Reinfelder: Grünflächen sind wichtig und richtig. Wir plädieren für begrünte Dächer auf allen flachen Bushaltehäuschen, für mehr Fassadenbegrünungen in der ganzen Stadt und eine Kampagne für nicht versiegelte, sondern grüne Vorgärten. Beim Maiselgelände sehen wir einen „neuen“ grünen Park und den Erhalt der wertvollen Bäume als wichtig an. Den größten Bedarf sehen wir bei der Verbindung der Quartiere bis in den Osten als grüne Spange.