Hauptsmoorwald erhalten – Bamberg nachhaltig gestalten

Vor einem guten Jahr haben wir mit über 100 Bürger aus dem ganzen Stadtgebiet die Bürgerinitiative „Für den Hauptsmoorwald“ gegründet.

Wir haben uns in den folgenden Monaten mit mehreren Petitionen, einer starken Mobilisierung, diversen Demonstrationen und einem Bürgerbegehren erfolgreich gegen den gigantischen Bebauungsplan 429 zur Wehr gesetzt.

Wie viele Bamberger, stellen auch wir uns die spannende Frage, wie es nun weiter geht? „Eindeutig ist für uns, dass sich die Bamberger/innen am 18.11.2018 im Bürgerentscheid mit überwältigender Mehrheit für den Erhalt von Wald- und Naturflächen auf der Muna und gegen ein Industrie- und Gewerbegebiet ausgesprochen haben. Zugleich wurde aus unserer Sicht mit dem Entscheid ein deutliches Signal an die Bamberger Politik gesendet, zukünftig bei Fragen der Stadtentwicklung für mehr Umwelt-, Klima-, Natur- und Gesundheitsschutz einzutreten!“, so Björn Scharf.

„Darüber hinaus war der Bürgerentscheid aber auch ein ebenso deutlicher Hinweis bei Bebauungsplänen solcher Größenordnung nicht nochmals an den Bürgern vorbei zu planen“ ergänzt Stefan Kurz. Zukünftig gelte es, „die Bürger in einen Beteiligungsprozess einzubeziehen, der diesen Namen auch verdient und über rein formale Anforderungen deutlich hinausgeht“, so Kurz weiter.
Mit großer Verwunderung nehmen wir zur Kenntnis, dass seit dem Bürgerentscheid aus Stadtrat und Parteien immer wieder neue Vorschläge zur Beplanung und Bebauung auf der Muna veröffentlicht wurden.

„Die monatelang als „alternativlos“ bezeichneten Planungen für Gewerbe- und Industrieflächen sind vom Tisch und werden einfach durch Wohnbebauung oder Ähnlichem ersetzt. Das bestätigt ein gewisses Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber den politisch Verantwortlichen.“, so Karin Einwag. „Nicht nur wir stellen uns die Frage, welche Schlüsse eigentlich aus dem Bürgerentscheid gezogen wurden, wenn nun Wald- und Naturflächen zwar nicht mehr für Gewerbe und Industrie geopfert, dafür aber unter Wohnbebauung begraben werden sollen?“, sagt Einwag weiter.
Besonders irritierend sind solche Vorschläge vor dem Hintergrund, dass sich Stadtspitze und Vertreter/innen aus verschiedenen Parteien als Erstunterzeichner für das Volksbegehren „Artenvielfalt“ eingesetzt haben. „Artenschutz ohne den Erhalt von Naturflächen ist aber nicht möglich!“, betont Martin Bücker.

Dennoch sehen wir Ansätze für eine politische Kurskorrektur in Bamberg, da nicht nur das Volksbegehren für den Artenschutz, sondern auch das Engagement vieler junger Menschen in Bamberg für „Fridays for Future“ und den Klimaschutz positive Resonanz aus der Politik erhalten haben. „Ist beides ernst gemeint, sehen wir für die nächsten Monate gute Chancen für die Politik, verloren gegangene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, wenn es um entsprechendes Handeln im eigenen Verantwortungsbereich geht: Im Umgang mit Fragen einer zukünftigen Stadtentwicklung, über Entscheidungen zum Schutz des Hauptsmoorwaldes und einen behutsamen Umgang mit den Naturflächen auf der Muna“ so Björn Scharf.  Aus unserer Sicht hat die Stadtpolitik nun die Chance, Bamberg zukunftsgerecht aufzustellen. In Entwicklungsprozessen, die auf Nachhaltigkeit ausgelegt sind, können gemeinsam mit den Bürgern Lösungen erzielt werden, um auch den klimatischen Veränderungen und dem Artensterben als zwei der größten Herausforderung der Gegenwart zu begegnen. Wir unterstützen Überlegungen nach einem Beteiligungsprozess,  haben aber an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung drei essentielle Anforderungen.

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Das sind wir – Die Bürgerinitiative

Ich engagiere mich für den Hauptsmoorwald, weil …

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So schön ist es in der Muna

Fotos: Hermann Bösche, Martin Bücker, Gerhard Spörlein